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Die Geschichte von Hurghada

 
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maherba




Anmeldedatum: 17.02.2007
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BeitragVerfasst am: 20.08.2008, 12:21    Titel: Die Geschichte von Hurghada

Hier eine kleine (Entstehungs)Geschichte über El Ghardaqa. (Hurghada), die ich vor über drei Jahren zusammengetippt und bisher nur notdürftig überarbeitet habe.


Vorspann:
Als ich 1995 mit meinem lieben Mann das erste Mal da war, wollte ich in dieser Stadt nicht mal tot übern Zaun hängen. Unsere folgenden ÄgyptenZiele waren dann der Sinai um das Gebiet von Ras Um Sid herum, El Gouna und Safarga.

Der Zufall wollte es, dass ich im Jahr 2003 ganz spontan einen einwöchigen Trip nach Safarga buchte (ohne meine bessere Hälfte). Kurz vor Reisebeginn einen „alten“ ägyptischen Internet-Freund im Netz wieder traf und ihn dann vor Ort persönlich kennen lernte. Unsere Freundschaft hält bis heute an. Er zeigte mir eine bisschen was von der quirligen Stadt mitten im Ramadan.

Wieder ein Jahr später (der Ägyptenvirus begann mich vollen zu überrumpeln) düste ich abermals allein ins Land der Pharaonen.

Im Internet hatte ich inzwischen die schaurigsten Geschichten über alleinreisende Frauen in Ägypten gelesen. Mein Ägyptischer Freund fragt: warum hast du Angst, das brauchst du nicht. Leider musste er kurzfristig nach Deutschland.

Eines Abends war es dann soweit, ich band meine blonden Haare zusammen, zog meine schwarze Windjacke bis über die Ohren und trabte los.

Tja, was soll ich sagen? Mein Freund hatte Recht, es war kinderleicht. Das bisschen Angelaaber war kaum der Rede Wert. Ich sah niemanden an, achtete auf den unglaublich verworrenen Verkehr, damit mich keine übermähte und auf die vielen Schlaglöcher.

Später im Hotel überlegte ich - wie diese Stadt entstanden sein mochte.

Über die Geschichte dieser Stadt wusste ich bis dahin nichts, merkte aber das ich begann sie immer mehr ins Herz zuschließen, das war im März 2004. Inzwischen hatte ich mich natürlich auch mit der Kultur der Ägypter beschäftigt: (Auszug aus meiner Reisetagebuchschreiberei)

Hurghada: Das so genannte Camp David-Abkommen vom 17. September 1978 sollte Frieden in Nahost schaffen - doch wirkliches Vertrauen herrscht zwischen den einstigen Kriegsgegnern leider bis heute nicht.
Hurghada war ursprünglich eine Hüttensiedlung für Ölsucher und Fischerdorf. Die Ölsucher gingen und die Fischer blieben. Noch vor einem Vierteljahrhundert war Hurghada ein verträumtes Dorf, fernab jeglicher Bekanntheit.
Im Jahr 1978 wurde der ehemalige General der ägyptischen Armee Yussuf Affifi als Gouverneur der Provinz Red Sea ernannt. Das war für ihn nicht gerade der attraktivste Posten. Der Ort schien zu jener Zeit sogar von Allah verlassen und das wollte der fiffige und tatkräftige General ändern. Er witterte die Chance des malerischen Ortes und begann diesen zu erschließen. Besagter Gouverneur Yussuf Afifi wird heute als so was wie ein Volkheld angesehen!!

Zuerst organisierte er die Fischer, damit ihnen die großen Firmen aus Alexandria und Kairo nicht mehr die Preise vorschreiben konnten. Dadurch brachte der Fischfang plötzlich Gewinne ein. Diesen wiederum legte der General in die Strom und Süßwasserpipelines an und so war die Grundlage für eine auf- und ausbaufähige Infrastruktur geschaffen. Hurghada war aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Aber ehe die herrlichen Strände, die Korallenriffe und das glasklare Wasser den Touristen aus aller Welt als Zutaten für einen Traumurlaub verkauft wurden, dauerte es noch eine Weile.

Der Grundstein für die Touristische Erschießung in dieser Region legte Mohamady Hwaidak (er wird auch der Vater Hurghadas genannt) zuerst in Safaga und zwar am 1.11.1979. Dazu überredet hatte ihn ein deutscher Tauchlehrer namens Falco Engelhard. Dieser erklärte ihm, das die Zukunft der Region am Roten Meer, im Tauchsport läge. Herr Hwaidak hatte mit allem gerechnet, -Wattwanderungen, Bergsteigen, ja, aber Tauchen? Tauchtourismus gab es zu der Zeit schon, aber diese vereinzelten Figuren wurden immer für eine Handvoll Spinner gehalten, die in Zelten campierten und für ihren Sport ihr Leben riskierten. Engelhard schlug ihm vor einen Teil, eines Gebäudes zu mieten, zu einem Hotel umzubauen. Die Rechnung der Beiden ging auf. Das Hotel war immer voll ausgelastet.

Es standen schon zwei Hotels in der Gegend von Hurghada, das einstige staatliche Hotel wurde von der Sheraton-Gruppe übernommen. Fast Zeitgleich eröffnete auch das „Magawish“, eine Hotelanlage des Club Mediterane. Aber der Erfolg blieb aus, sie waren viel zu teuer.
Ein knappes Jahr danach nahm Mohamady Hwaidak Kontakt zum Gouverneur Yussuf Afifi auf. Er wollte Land in Hurghada erwerben. Der Gouverneur erwiderte: Suchen sie sich etwas aus!

Rund zwei km hinter den Sheraton-Hotel-Rundbau wurde er fündig. Das Gelände war ideal, hatte nur einen gravierenden Nachteil, es fehlte die Anbindung an die einzige Straße. Die beiden handelten einen Deal aus, wenn der Gouverneur für die Straße sorgte, wollte er Hotelier sofort nach Fertigstellung mit dem Hotelbau beginnen. Genau dies tat er im Sommer 1983.
Und so begann die Geschichte von Hurghada. Das erste Hotel eines Privatmannes ist das „Giftun Village“, es öffnete am 16.12.1984 seine Türen. Noch ahnte keiner was daraus erwachsen würde. Für Städteplanung blieb keine Zeit.

Heute sind fast 40 km Küste am Roten Meer mit Hotels zugebaut. Die Stadt hat ca. 40.000 Einwohner(wenn nicht mehr) , von denen der größte Teil männlichen Geschlechts ist. Das liegt daran, dass die Stadt nicht natürlich gewachsen ist, sondern das Viele aus den Dörfern und Städten hierher kommen, um ihr Geld mit dem Tourismus zu verdienen. Sei es als selbständige Händler, oder als Angestellte in den zahlreichen Hotels und Geschäften. Die Familien bleiben in der alten Heimat zurück und die Väter bzw. Söhne kommen nur an den freien Tagen nach Hause zurück.

Es ist im Wesentlichen in drei Teile aufgeteilt. Im Norden DownTown, von den Bewohnern auch Dahar genannt, hier sind relativ neue kleiner Wohnblocks für die Bevölkerung entstanden. Hier findet man Einrichtungen wie z. B. die Post, der Basar, das Aquarium, der öffentliche Strand, das Passamt und ein Krankenhaus. Daran schließt sich nach Süden hin Sekalla an. Hier ist fast alles auf die Touristen ausgelegt.

Um den Hafen herum liegt die ursprüngliche Fischersiedlung (die heute leider fast völlig verschwunden ist). Ab diesem Bereich hat man auf einer Länge von ca. 10 Km kaum eine Chance an den Strand zu gelangen, ohne durch ein Hotel gehen zu müssen. Und auch wenn man diese Hürde überwunden hat ist ein ausgedehnter Strandspaziergang eher unmöglich.

Die Hoteliers wissen dieses durch Zäune zwischen ihren Anwesen zu verhindern. Nur der Gast der sein Geld im eigenen Hotelrestaurant oder an der eigenen Hotelbar ausgibt ist ein guter Gast. So ist es heute leider.
Heute genügt kaum ein Fahrrad, um von einem zum anderen Ende der ausufernden Stadt zu gelangen. Wer vom einen Ende zum anderen radeln will, ist bei dem ständigen Gegenwind ewig unterwegs: Die Stadt zieht sich schier endlos erscheinend an der Küste entlang.

Was auf der einen Seite neu gebaut wird, scheint auf der anderen der Spitzhacke zum Opfer zu fallen. Anstelle der "Tante-Emma-Läden" fürs tägliche Leben reiht sich heute ein Souvenirshop an den anderen. Überhaupt kommt es mir so vor, das es schon bald mehr Souvenirshops als Betten in Hurghada zu gibt; es darf einfach kein Mensch ohne ein Papyrus oder was auch immer nach Hause fliegen. Insgesamt liegt das Souvenir- Preisniveau in Hurghada deutlich höher als z.B. im Niltal.

Die Haupt- und Durchgangsstraße ist die Sharia El Nasr, die allerdings nicht zur Küste führt. Weiter in südlicher Richtung, noch am Flughafen vorbei ist ein riesiges Wohngebiet entstanden, das Mubarakviertel, aufgeteilt in eins, zwei und drei usw..

Bei meinem letzten Besuch habe ich festgestellt, das sich in Hurghada sehr viel tut, es wird z. B. sauberer.
Ich finde das man nicht vergessen sollte, das die Menschen hier von uns Touristen leben. Ganz sicher gibt es Dinge, die es so nicht geben sollte. Die Geschäftsleute unter sich haben aber teilweise schon bemerkt, dass mit der s.g. penetranten Anmache nicht viel zu verdienen ist. Sie richten sich mit „ägyptischer Schnelligkeit“ auf ihre Gäste ein. Bei uns wäre das Ganze aber sicher nicht viel anders. Geht man auf die Menschen in dieser Stadt zu, wird man so empfangen wie man SICH ihnen gezeigt hat.

"Schenke einem Ägypter ein Lächeln und du bekommst ein Strahlen zurück"

Fin (5.2005)

Sehr viele Informationen habe ich den Buch „Visionär am Roten Meer“ entnommen, mit Erlaubnis des Autors Peter S Kaspar. Wir haben uns sogar vor zwei Jahren vor Ort getroffen.

Heute sehe ich viele Dinge mit anderen Augen und kann die Aufenthalte in dieser Stadt nicht mehr genau in Zahlen ausdrücken. Ein neuer Hafen ist inzwischen entstanden, weil die alten Kapazitäten schon lange nicht mehr ausreichen. So vieles hat sich verändert, im positiven- wie im negativen Sinn. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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maherba




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BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 14:02    Titel: Re: Die Geschichte von Hurghada

maherba hat Folgendes geschrieben:
Der Grundstein für die Touristische Erschießung in dieser Region legte Mohamady Hwaidak (er wird auch der Vater Hurghadas genannt) zuerst in Safaga und zwar am 1.11.1979.
Dazu überredet hatte ihn ein deutscher Tauchlehrer namens Falco Engelhard. Dieser erklärte ihm, das die Zukunft der Region am Roten Meer, im Tauchsport läge. ....


Kennt von euch TauchProfis hier - jemand den Namen, oder gar die Person??
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