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maherba

Anmeldedatum: 17.02.2007 Beiträge: 9063 Wohnort: mal hier - mal da
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Am Nil wird im Parlament die Scharia hinterfragt
Ägyptens Vizepräsidentin des Parlaments will die Gleichberechtigung der Geschlechter vor dem Gesetz durchboxen. Das islamische Recht ist für sie kein Hemmschuh, doch die Muslimbrüder sind anderer Meinung.
Zeinab Radwan, ihres Zeichens Vizepräsidentin des ägyptischen Parlaments, ist eine moderne Frau. Das ist vor allem daran zu erkennen, dass sie als Muslimin keinen Kopfschleier trägt. In Ägypten gehört sie damit heute zu einer verschwindenden Minderheit. Ausserdem hat Radwan kürzlich vor dem Parlament die Ansicht geäussert, dass Frauen und Männer im Islam gleichberechtigt seien. Der Koran propagiere die Gleichstellung der Geschlechter auch dort, wo bis anhin der Mann bevorzugt worden sei. Damit meine sie Zeugenaussagen und Erbschaftsangelegenheiten.
Zwei Frauen oder ein Mann
Bei der Ansprache von Radwan, die wie alle Parlamentssitzungen direkt vom staatlichen Fernsehen übertragen wurde, waren Gefühlsregungen der Zuhörer von Erstaunen bis zu Entsetzen förmlich mit Händen zu greifen. Das ägyptische Gesetz folgt in zahlreichen Belangen der Scharia, dem islamischen Recht. Die Scharia wiederum gründet auf dem Koran und den Hadithen, den Überlieferungen von Prophet Mohammed. Nach allgemeinem ägyptischem Verständnis bevorzugt das islamische Recht in vielen Fällen den Mann gegenüber der Frau und den Muslim gegenüber dem Nichtmuslim.
Während der Parlamentssitzung war es nur eine Frage der Zeit, dass Abgeordnete sich gegen die Forderungen Radwans auflehnen würden. Als Wortführer schwang sich Mahmud Amer auf, ein Unabhängiger, der den Muslimbrüdern zugerechnet wird. Amer sagte, der heilige Koran verbiete die Gleichstellung von weiblichen und männlichen Zeugen. Zum Beweis zitierte er sogleich aus der Sure «Die Kuh»: «Und nehmt zwei Männer von euch zu Zeugen. Und wenn es nicht zwei Männer sein können, dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein.»
Amer hatte nicht mit der Schlagfertigkeit von Radwan gerechnet. Sie erklärte, dass es in diesem Vers (282) nur um Fristen von Schuldverhältnissen gehe. Vor 1400 Jahren seien Frauen höchst selten Unternehmerinnen und somit mit der Führung von Geschäften unvertraut gewesen. Nur deshalb propagiere der Vers die Aufbietung von zweien statt nur einer Frau zum Ersatz eines Mannes, konterte Radwan weiter. Ausserdem hatte die vertretende Parlamentspräsidentin ihre Ansichten zuvor von Abdelmoti Bayumi, einem Mitglied des ägyptischen Islamic Research Council (IRC), billigen lassen. «Wir leben in einer Zeit, wo Frauen studieren und hohe Posten bekleiden. Die Zeugenaussage einer Wirtschaftsspezialistin ist bestimmt viel wertvoller als die eines männlichen Analphabeten», sagt Bayumi am Telefon.
Solle man einfach mal intensiv LESEN _________________ Ganz liebe Grüße
und denkt dran: Wenn ihr auf Reisen geht um etwas anderes zu sehen - dann beklagt euch nicht - wenn alles anders ist! |
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Aegypten Urlauber
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