"Ein Tag Honig,ein Tag Zwiebeln"lautet ein arabisches Sprichwort,
und diese Lebensphilosophie schimmert durch alle Geschichten
durch,die Karim El-Gawhary in diesem Buch erzählt.
Neben eher heiteren Episoden ist auch viel von der Armut in diesen
Ländern spürbar,etwa wenn von Sana´ die Rede ist,der
"Scheichin der Gasse",die auf eigene Faust für Gerechtigkeit in einem
Kairoer Slum-Viertel kämpft,oder von Abu Aschraf,der als
Metallarbeiter 40Euro im Monat verdient und nicht weiß von welchem
Geld er am ersten Schultag seine Kinder einkleiden soll.
Durch viele Anekdoten,wird die kulturelle Zerrissenheit der Menschen
verständlich,ihre Suche nach schnellen,persönlichen islamischen
Patentrezepten,wo Äusserlichkeiten zum Zentrum der eigenen
Religiosität werden.
Als kultureller Übersetzer zwischen zwei Welten zeigt Karim El-Gawhary
in diesem Buch,wie in aller orientalischen Exotik,in einer von Krisen,
Kriegen und Armut geschüttelten Region,die Araber mit viel Witz,
einer gehörigen Portion Gelassenheit,manchmal auch einer
lähmenden Gleichgültigkeit und oft einer tröstenden Schicksals-
gläubigkeit in ihre täglichen Überlebenskampf ziehen.
Es ist ein faszinierender Einblick,der uns Europäern unsere
unmittelbaren und doch so fernen Nachbarn ein wenig näher
bringt.
Anmeldedatum: 17.02.2007 Beiträge: 9063 Wohnort: mal hier - mal da
Hab heute in dem Buch gelesen und mich köstlich amüsiert. Super schön geschrieben, mit allem was dazu gehört und man teilweise schon in Kleinigkeiten selbst erlebt hat.
"... Deutllich werden auch die zwei Gesichter der arabischen Gesellschaften: zwischen moralischen Ehrgeiz und einer Lebenswahrheit aus Tabugeschichten von Drogen, Prostitution und V.i.a.g.r.a........"
Ein Buch, das sich wirklich lohnt. _________________ Ganz liebe Grüße
und denkt dran: Wenn ihr auf Reisen geht um etwas anderes zu sehen - dann beklagt euch nicht - wenn alles anders ist!
Das kann ich nur bestätigen. Viele der beschriebenen Situationen hat man tatsächlich schon selbst schon erlebt. Aber auch für "Neulinge" ist dieses Buch sehr interessant. Ich habe es schon mehrfach an "unwissende" Freunde ausgeliehen, die es begeistert gelesen haben.
Ich habe wohl vergessen zu erwähnen, dass Lesen eine große Leidenschaft von mir ist .
Von daher meine Meinung zu diesem Buch:
Der Autor, Karim El-Gawhary, Sohn eines Ägypters und einer Deutschen, lebt in Kairo und ist als Nahost-Korrespondent für diverse deutschsprachige Medien tätig. Für diesen Streifzug durch die arabische Welt in Buchform kann man als interessierter Leser nur dankbar sein.
Einige dieser gesammelten Geschichten sind als Kolumnen erschienen, bevor sie nun in Buchform erschienen sind.
Dies schadet der Lektüre keineswegs, im Gegenteil, ist es doch spannend die aktuellen Nachträge zu den älteren Geschichten zu lesen.
Karim El-Gawhary beginnt mit einfachen, fast lustigen, Episoden aus dem ägyptischen Alltag, um dann langsam weiter vor zu dringen in menschliche Verzweiflung, Armut und das Kriegstrauma in Bagdad.
Der Blick von Mensch zu Mensch ist dem Journalisten hier gut gelungen. Ohne intellektuelle Analysen aus der Ferne zeigt ein Mensch in diesen Geschichten die Realität so wie sie ist: menschlich und nah und irgendwie auch politisch.
Mich hat das Buch voran gebracht in meinem Wunsch mehr über die arabische Wirklichkeit zu erfahren.
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