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Mor'us el-Almani
Anmeldedatum: 15.04.2009 Beiträge: 123 Wohnort: Düsseldorf
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wir schreiben den Mai 1978. Vor ziemlich genau 31 Jahren wurde von der Bundesregierung und der ägyptischen Regierung Planungen geprüft, wie die Kattara-Senke mit dem Mittelmeer verbunden werden könnte, was der BRD damals 11,3 Mio DM wert war.
Der Spaß dabei: es wurde ernsthaft die Möglichkeit untersucht, ob dieser Plan auch mit atomaren Sprengungen in die Tat umzusetzen sei!
Im folgenden die Abschrift eines Briefes:
"DER BUNDESMINISTER
FÜR WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Aktenzeichen: 111-T2032AGY-231/78
Bonn, d. 04.07.1978
Hrn Dr. (Name wurde ausgestrichen, ließe sich aber rekonstruieren)
Institut für Chemische Technologie
- Fachbereich 7 -
Petersenstraße 15
6100 Darmstadt
Sehr geehrter Herr Dr. ---
für Ihr Schreiben vom 25.05.1978 zum Thema Kattara danke ich
Ihnen.
Es trifft zu, daß die Bundesregierung Ägypten im Rahmen der
Technischen Zusammenarbeit mit 11,3 Mio DM bei der Untersuchung
einer möglichen Nutzung der Kattara-Senke unterstützt hat.
Im Rahmen dieser Feasability-Studie (Phase I) sollen die ver-
schiedenen technologischen Varianten (Konventioneller Stollen-
bau bzw. atomare Sprengung) für die Verbindung vom Mittelmeer
zur Senke sowie die Wirtschaftlichkeit eines solchen Großpro-
jektes untersucht werden. Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse
dieser Untersuchungen ist die Bundesregierung zu der Auffassung
gelangt, daß die Durchführung eines Kattara-Projektes auf ab-
sehbare Zeit wegen der hohen ökonomischen, ökologischen und tech-
nologischen Risiken nicht sinnvoll erscheint. Sie hat deshalb
die ägyptische Regierung davon unterrichtet, daß mit der Beendi-
gung der Phase I der Feasibility-Studie die Förderung von Kattara
durch die Bundesregierung abgeschlossen wird.
Die genannte Durchführbarkeitsstudie wird im Auftrage der
ägyptischen Regierung von einem Konsortium unter Federführung
der Firma Lahmeyer durchgeführt.
..."
hoffen wir, daß nicht ein schlauer Regierungsberater das Projekt nochmal aus der Schublade kramt |
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Aegypten Urlauber
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christophp
vorübergehend auf der Strafbank

Anmeldedatum: 23.12.2008 Beiträge: 194
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Ich denke schon, dass es Ägypten zu wünschen wäre,
dass dieses damals geplante Projekt irgendwann verwirklicht wird. Wenn auch nicht mit Atomaren Sprengungen. Ich glaube ohnehin, das weder die Bundesrepublik Deutschland, geschweige denn Ägypten dazu technisch und schon gar nicht mit Zustimmung der restlichen Welt dazu in der Lage wäre.
Man plante damals, in der im Nordwesten Ägyptens gelegenen, völlig ausgetrockneten Kattara-Senke einen riesigen Salzsee von 250 km Länge entstehen zu lassen, der durch einen Kanal aus dem Mittelmeer gespeist werden sollte. Durch die Ufer- und Bodenfiltration dieses Sees würde dann das im Saharagebiet aufgebrauchte Grundwasser wieder aufgefüllt, das aus früheren Jahrtausenden stammte, als die Sahara noch mit Wald bedeckt war. Man hätte durch Brunnen erhebliche Mengen Trinkwasser gewinnen können, große Teile der Sahara hätte man zu fruchtbares Land verwandelt, was die Nahrungsmittelproduktion erheblich angehoben hätte.
Durch die Verdunstung aus dem See hätten außerdem die Niederschlagsmengen in weiten Landesteilen bis nach Saudi-Arabien angehoben werden. Zudem hätte man aus dem Gefälle mit Wasserkraftwerken elektrischer Strom gewinnen können. Zur Verwirklichung des Vorhabens wurden damals allerdings keine Gelder bereitgestellt.
Dass dieses Vorhaben heute nicht in Angriff genommen wird, liegt wohl nicht am Mangel an Arbeitskräften, denn die gibt es in Ägypten im Überfluss. Es ließen sich über Jahre tausende von Arbeitsplätzen und den Menschen eine Lebensgrundlage schaffen. Es fehlt aus Sicht des Finanzsystems in erster Linie an der "Rentabilität".
Die durch das gewonnene Trinkwasser angehobene Pflanzen- und Nahrungsmittel-produktion würde nur das Angebot auf einem Markt anheben, der ohnehin schon durch die Nachfrage zahlungsfähiger Kunden abschöpft wird. Ein größeres Angebot an Nahrungsmittel würde natürlich die Preise senken und gilt deshalb als unrentabel. Die armen Leute könnten auch für das mit hohem Arbeitsaufwand gewonnene Süßwasser nicht bezahlen, also müsste es staatlich Subventioniert werden.
An weiteren Subventionen zum Wohle des Volkes hat der ägyptische Staat allerdings kein Interesse, wird doch schon Brot, Benzin etc. subventioniert.
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Mor'us el-Almani
Anmeldedatum: 15.04.2009 Beiträge: 123 Wohnort: Düsseldorf
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