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In Pharaos Grab. Die verborgenen Stunden der Sonne

 
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daniel_k

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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 21:15    Titel: In Pharaos Grab. Die verborgenen Stunden der Sonne

In Pharaos Grab

Die verborgenen Stunden der Sonne

Im Zentrum der Sonderausstellung „In Pharaos Grab. Die verborgenen Stunden der Sonne“ steht die Sarkophagkammer Thutmosis' III., des grössten Pharaos der 18. Dynastie (1479–1426 v. Chr.). Sie wird als Faksimile in Originalgrösse (14,6 x 8,5) im Museum aufgebaut. Das Unternehmen Factum Arte mit Sitz in Madrid hat sich auf die digitale Reproduktionstechnik antiker, von dem Zerfall bedrohter Monumente spezialisiert, insbesondere der Gräber im Tal der Könige. Die Sarkophagkammer Thutmosis' III. ist das erste ägyptische Königsgrab, das mit dieser neuen Laser-Scanner-Technologie aufgenommen und reproduziert wurde. Das Resultat ist schlicht atemberaubend, und so erstaunt es kaum, dass bereits 150'000 BesucherInnen die Ausstellung zuvor in Madrid und Edinburgh gesehen haben.

Die Wände der kartuschenförmigen Sargkammer sind mit dem Unterweltsbuch Amduat, der „Schrift des Verborgenen Raumes“ dekoriert, das in Wort und Bild die zwölfstündige Nachtfahrt der Sonne beschreibt. Die Figuren sind in Strichzeichnung und die Texte in kursiven Hieroglyphen ausgeführt, so dass sich mit dem gelblichen Hintergrund der Eindruck eines monumentalen abgerollten Papyrus ergibt. Mit ausgewählten und stimmungsvoll inszenierten ägyptischen Originalen aus dem Kestner-Museum Hannover und dem Antikenmuseum Basel, werden die einzelnen Stunden der Nachtfahrt der Sonne in einem weiteren Ausstellungsteil erläutert.

Thutmosis III.
Noch als Knabe trat Thutmosis III. im Jahre 1479 v. Chr. die Regierung als Pharao an. In den ersten 22 Jahren regierte er zusammen mit seiner Tante und Stiefmutter Hatschepsut als Koregent. Nach Hatschepsuts Tod wurde 1458 v. Chr. der inzwischen etwa 25 Jahre alte, militärisch gut ausgebildete Thutmosis III. Alleinherrscher Ägyptens. Nach 17 Kriegskampagnen erlangte er die vollständige Kontrolle über ein Gebiet, das von dem heiligen Hügel im nubischen Djebel Barkal im Süden bis nach Megiddo (die heute in Israel liegende biblische Stadt Armageddon) im Norden reichte. [url=http://www.aegypten-urlauber.deÄgypten[/url] wurde zur Weltmacht!

Zu Beginn seiner Alleinherrschaft führte er manche Grossbauprojekte seiner ehemaligen Koregentin fort, doch bald verfolgte er eigene Bauvorhaben. Thutmosis III. war mit seiner Unsterblichkeit und dem Überleben seines Namens beschäftigt. Wie andere Pharaonen auch, begann er schon zu Lebzeiten mit der Errichtung seines Grabes, das er mit einer vollständigen Kopie des Amduat ausstatten liess. Auch liess er Berichte seiner Herrschaft und militärischen Errungenschaften auf die Wände von zwei Hallen hinter dem 7. Pylon im zentralen Bereich des Amun-Tempels in Karnak anbringen. Diese sind heute als“Annalen" bekannt. Sie berichten detailreich von allen seinen Siegen, Kampagnen, Friedenabschlüssen sowie der Beute, die er von jedem Feldzug zurückbrachte.

Das Grab Thutmosis' III.
Das Grab von Thutmosis III. wurde 1898 von Victor Loret in einer engen Felsschlucht, hoch über der Sohle des Tals der Könige entdeckt. Der Eingang liegt im Norden, doch die Achse des Grabes ist stark gebogen, was die Vorstellung der gekrümmten Wege des Jenseits widerspiegelt. Das Grab wurde so konzipiert, dass ein rhythmischer Wechsel von Treppen und Korridoren stattfindet, die nur durch einen Schacht und die obere Pfeilerhalle unterbrochen sind. Auf den Wänden der oberen Pfeilerhalle ist eine Liste von 741 Göttern aus dem Amduat angebracht.

Eine Treppe verbindet diesen Raum mit der Grabkammer, deren ovale Form die Höhle des Sokar imitiert, wo die Vereinigung von Re und Osiris-Sokar in der fünften Stunde des Amduat stattfindet. Vier Nebenkammern für Beigaben gehen hiervon ab. Als Loret das Grab öffnete, entdeckte er noch Reste von Holzfiguren des Königs und diverser Gottheiten. Zwei Pfeiler stehen in der Mitte der Sargkammer. Zwei Seiten von ihnen sind mit der Kurzfassung des Amduat geschmückt. Vier Seiten enthalten Bilder des Sonnengottes aus der Sonnenlitanei, eine weitere die Darstellung von Thutmosis III. mit der königlichen Familie. Eine Pfeilerseite blieb undekoriert.

Der rote Quarzitsarkophag von Thutmosis III. steht noch an seinem ursprünglichen Platz im Grab. Die Mumie des Pharaos, die in ein Leichentuch mit dem Text der Sonnenlitanei eingehüllt war, wurde in der „Cachette“ (Versteck) von Deir el-Bahari entdeckt.

Die Wände der Grabkammer sind vollständig mit der Nachtfahrt der Sonne aus dem Amduat dekoriert. Kursive Hieroglyphen sowie einfache Strichzeichnungen bedecken die Wände und erwecken den Eindruck eines monumentalen abgerollten Papyrus. Der kursive Text ist schwarz geschrieben, rot wird zur Hervorhebung verwendet. Die Wüste wird mit rosaroten Bändern gekennzeichnet, während blaue Streifen Wasser darstellen.

Aus Platzgründen mussten die Künstler an einigen Stellen von der üblichen Anordnung abweichen und die Szenen anders verteilen.

Das Amduat im Grab Thutmosis' III.
Tutanchamun betont auf dem zweiten seiner vier vergoldeten Schreine, er habe ein Amduat über die Wiedergeburt des Sonnengottes Re und den Wandel des Gottes im Totenreich abgefasst. Hier begegnet „Amduat“ zum ersten Mal als allgemeine Bezeichnung von illustrierten Büchern, welche den nächtlichen Weg der Sonne durch die Unterwelt beschreiben. Das älteste dieser Bücher, aufgezeichnet zu Anfang des 15. Jahrhunderts v. Chr., gab der Gattung den Namen Amduat, „Das, was in der Unterwelt ist“. Das erste vollständige Exemplar stammt aus der Grabkammer Thutmosis' III. im Tal der Könige, die nun in Basel in einer völlig getreuen Nachbildung durch Factum Arte zu sehen ist.

Wer in die Grabkammer eintritt, sieht sich hineingenommen in den Lauf der Sonne und damit in den Prozess einer ständigen Erneuerung, die den Tod überdauert. Was der „Geschmiedete Himmel“ von Nebra zur gleichen Zeit um 1600 v. Chr. nur knapp andeutet, ist hier in eine jenseitige Vision umgesetzt, in eine überwältigende Fülle von Bildern.

Durch die Bemühungen der Basler Ägyptologie hat das Amduat inzwischen einen festen Platz als frühes Meisterwerk der Weltliteratur und als wichtige Quelle für den Jenseitsglauben der Ägypter gewonnen, nachdem die Wissenschaft lange Zeit mit ihm nichts anfangen konnte. Erik Hornung, der 1967–1998 in Basel Ägyptologie lehrte, hat das Werk in Textausgaben, Übersetzungen und Kommentaren nicht nur der Fachwelt sondern auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Wachsendes Interesse findet die einst als „abstrus“ verpönte Bildwelt dieser so reich illustrierten Jenseits-Beschreibung in der modernen Tiefenpsychologie, für die sie einen Einstieg in die Welt des Unbewussten darstellt.

Das altägyptische Amduat beschäftigt sich vor allem mit zwei Fragen, die sich die Menschheit von Anbeginn stellte: Was geschieht mit der Sonne zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang? Was passiert, wenn wir sterben?

Der Begriff Amduat, Das was in der Unterwelt ist, kennzeichnet ganz allgemein die illustrierten Bücher, welche die Nachtfahrt und Verjüngung des Sonnengottes in der Unterwelt beschreiben. Sein eigentlicher Titel lautet Schrift des verborgenen Raumes (d. h. des Jenseits). Es ist das früheste derartige Buch und wurde zum Vorbild einer ganzen Literaturgattung, zu der auch das Pfortenbuch und das Höhlenbuch gehören. Die ausführliche Titelei betont das Wissen , das durch diese Schrift über das Jenseits vermittelt werden soll, und gibt zugleich eine Übersicht über den Inhalt. Das Amduat beschreibt die Fahrt des Sonnengottes durch die zwölf Stunden der Nacht. Im Mittelpunkt stehen zum einen die Handlungen und Reden des Gottes, zum anderen die Beschreibung der jenseitigen Wesen und ihrer Funktionen sowie die Zaubersprüche, die für eine sichere Fahrt nötig sind. Der eigentliche Ort der Unterwelt befindet sich im Körper der Nut, der Göttin des Himmels. Jeden Morgen gebiert sie die Sonne, die dann tagsüber an ihrem Körper entlang reist. Beim Sonnenuntergang tritt die Sonne durch den Mund der Nut wieder ein und reist dann durch ihren Körper zurück, um am nächsten Morgen neu geboren zu werden.

Beim Amduat im Grab von Thutmosis III. handelt es sich um einen mit Zeichnungen illustrierten Text, der in kursiven Hieroglyphen geschrieben wurde. Fast alles ist in Rot und Schwarz gehalten, Rot dient zur Hervorhebung. Ferner wird die Wüste mit rosaroten Bändern gekennzeichnet, während blaue Streifen für das Wasser stehen.

Die Digital-Restaurierung
Seit den 1980er Jahren arbeitet die von Erik Hornung und Theodor Abt gegründete „Gesellschaft der Freunde der ägyptischen Königsgräber“ an der Idee eines Faksimiles des Grabes von Sethos I. (KV17). Dank der jüngsten Entwicklungen und Innovationen im Bereich der digitalen Technologie besteht die Möglichkeit, dass dieser Plan tatsächlich realisiert werden kann. Factum Arte hat bereits ein Pilotprojekt zum Dokumentieren und Nachbilden eines Teils der Sarkophagkammer (Raum K) erfolgreich durchgeführt.

Die Bedeutung dieser digitalen Dokumentation besteht darin, dass die Wände bei einer ausserordentlich hohen Auflösung sowohl zwei- als auch dreidimensional aufgenommen worden sind. Signifikant dabei ist, dass bei der Verwendung von Scanner-Technologien und digitalen Fotografien keinerlei direkter Kontakt mit der Wand nötig ist. Bei dem von Factum Arte hergestellten Faksimile eines Ausschnitts des Grabes von Sethos I. verband man eigens dafür entworfene Geräte, industrielle Produktionstechnike sowie traditionelle Handwerksfertigkeit, um die gewonnenen Daten dann in ein dreidimensionales Objekt zu verwandeln. Dabei sind vorwiegend Materialien verwendet, die dem Original soweit wie möglich entsprechen.

Die Anwendung digitaler Technologien hat das Potential, den Umgang von Kulturdenkmälern radikal zu verändern. Bei dem Besuch von solchen gefährdeten Monumenten wird es allzu deutlich, dass ihre langfristige Erhaltung wegen ihrer Popularität bedroht ist. Durch den Besuch von Repliken können Besucher statt dessen einen positiven Beitrag zur Bewahrung von zentralen Monumenten des Weltkulturerbes leisten.

Wie vielerorts in Ägypten wurden auch Teile aus den Gräbern im Tal der Könige entfernt. Diese können heute in Museen auf der ganzen Welt besichtigt werden. I. Rosellini, J.-F. Champollion sowie K. R. Lepsius entfernten grosse Reliefblöcke aus dem Grab von Sethos I., die sich nun im Louvre (Paris), dem Museo Egizio (Florenz), dem Ägyptischen Museum (Berlin) sowie in zahlreichen weiteren Sammlungen befinden. Erik Hornung stellte eine Liste aller bekannt gewordenen Fragmente zusammen, die immer wieder durch neu entdeckte Teile erweitert wird.

Durch die Verwendung von tragbaren Laserscannern können solche nachträglich identifizierten Fragmente aufgenommen und in das Faksimile an der entsprechenden Stelle neu integriert werden. Die Geschichte all dieser Fragmente bringt manche Erkenntnisse über die Zerstörung des Grabes Sethos' I. durch die europäischen Reisenden. Durch ihre unterschiedliche Aufbewahrung sehen sie heute oft ganz anders aus, haben etwa eine andere Farbigkeit als die noch im originalen Kontext befindlichen Teile.

Quelle: www.antikenmuseumbasel.ch

Dauer der Ausstellung: 22. September 2006 - 21. Januar 2007
Ort der Ausstellung: Antikenmuseum u. Sammlung Ludwig in Basel; St. Albangraben 5, 4010 Basel / Schweiz
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